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Unglaublich….

…wir sind da, wieder zu Hause. Zurück nach einer großartigen Reise, einem modernen Abenteuer in atemberaubend schöner Landschaft und mit einer großartigen Gruppe!

Bis auf einige kleinere Probleme (teilweise gesundheitlich, teilweise gingen Sachen kaputt, u. a.  meine Kamera…) funktionierte alles bestens und jeder von uns stand im Endeffekt auf mehreren Gipfeln, davon auf einem (Lukas sogar auf zwei!) Sechstausendern. Auch haben wir es geschafft, zu Hause fit und gesund anzukommen – nach zuletzt mehreren Tagen in der Stadt (kulinarisches Erlebnis!) nicht ganz selbstverständlich.

Ich werde bestimmt noch einiges schreiben über die Reise. Jetzt sind  schon mal einige Bilder online, die Beschreibungen kommen in den nächsten Tagen… Cordillera Blanca

Peru 2017

Am Artesonraju, Peru-2016

Es ist soweit. Nicht mehr nur geträumt, nicht spruchreif und nicht „bald“ – nein, es ist hier und jetzt: Erneut sitze ich in der Bahn zum Flughafen, höre Musik und überlege, wie ich meine 47kg Gepäck gleich durchs riesige Flughafengelände zum richtigen Schalter bekomme.

Es ist beeindruckend, wie eine dreiwöchige Reise einem das Leben  verändern kann – und das noch ohne statt gefunden zu haben. Seit Monaten drehte sich so vieles drum herum: Das Training, die abendlichen Recherchen, die Gespräche in der Kletterhalle. Sogar in der täglichen Routine stellte die Reise ein übergeordnetes Ziel dar – was kann wichtiger sein, als in einem halben Jahr wieder so klitzeklein vor der riesigen Bergkulisse zu stehen?

Und nun ist es wirklich soweit. Die Gedanken sind noch bei der Anreise, bald gehört aber nur noch das Lieblingshobby in den Kopf. Bis bald, das „normale“ Leben! Wir halten die Zeit mal wieder an und genießen die Freiheit, Sorglosigkeit, Bewegung und die großartige Bergwelt Südamerikas.

 

Ein Leben offline..

Wallis in ersten Sonnenstrahlen am 18.06.17

….ist (wenn unbedingt nötig) möglich und manchmal sogar sinnvoll – zum Beispiel, wenn man es zwischen den Bergwochenenden kaum noch schafft, den Rucksack aus- und wieder einzupacken. So erging es mir in den letzten Wochen: Arbeit, Wochenendtouren, zwischendurch ein wenig Zweisamkeit und wie immer jede Menge anderer, an sich super angenehmer, sich aber immer wieder unkontrolliert vermehrender Dinge.

Es wurde durch die umliegenden Mittelgebirge mit dem Kölner DAV gestreift, zweimal ging es im Juni ins südschweizerische Wallis und zur guten Letzt kletterten wir die „Eisenzeit“ – eine beeindruckende, aber brüchige neue Route auf die Zugspitze.

Gern würde ich alles genau beschreiben und reflektieren. Einige Texte liegen bereits im Ordner „zu redaktieren“ – nur dass es dazu nicht kommt. Und so gern ich mir einige Tage Zeit nehmen würde, die Seite auf Vordermann zu bringen, ist so eine Pause nicht in Sicht. Daher geht es erstmal  im „Offline“-Modus weiter – zum wichtigsten Grund schreibe ich die Tage aber doch mehr 🙂

Wallis – I`m loving it

auf dem Wasenhorn (3246m)

Vor knapp drei Jahren lernte ich mehr oder weniger zufällig die Westalpen kennen – im Saas-Tal.  Jene Woche war anspruchsvoll, anstrengend, die Berge entlohnten jedoch alle Mühen. Das, was ich damals erlebte, war noch einmal  gewaltiger, rauer, schöner als die Ostalpen und eroberte mich endgültig für die Berge.

Seitdem war ich sechs Mal im Wallis. Inzwischen sind die größeren Ortschaften vertraut und die meisten Täler zumindest ein Begriff. Und trotzdem überrascht die Walser Bergwelt immer wieder mit ihrer Schönheit  – wie auch zuletzt während unserer Fletschhorn N-Wand und Wasenhorn-Tour über Ostern 2017.

Video

Bericht+Fotos

 

Cogne – Eis für alle!

Dank Steigeisen und Eisgeräten kommt man in die Zauberwelt der gefrorenen Wasserfälle

Der Winter schreitet fort;  wir nutzen jede Möglichkeit, ihn zu genießen. Diesmal haben wir uns eine 10h-Autofahrt angetan um die Mekka des Eiskletterns zu besuchen – die kleine Ortschaft Cogne im italienischen Aostatal. Im Dunkeln angekommen und kaum Eis gesehen, hatten wir schon Angst, die ganze Reise umsonst gemacht zu haben, doch spätestens am nächsten Morgen war klar: Selbst wenn der Winter bisher relativ trocken war und viele Eisfälle sich nicht ausgebildet haben, hat es hier trotzdem mehr Eis als wir je klettern können würden. Tschakka!

Fünf Tage blieben wir in unserer kleinen Ferienwohnung in Lillaz, sammelten insgesamt 1800 Klettermeter und seilten jeder 20 -25 Mal ab. Als Abschlusstour für die früher abreisenden meinen Tourenpartner Lukas und mich (die anderen hatte mehr Zeit und sind noch fleißig dabei) glückte uns das Cold Couloir – eine 600hm  (WI4+ TD-) lange, elegante Linie im Vallone Valeille.

Cogne hat uns allen super gefallen; ich werde sicher noch ein paar Worte dazu schreiben – und trotz der Entfernung wieder kommen!

Königsspitze 02.01.2017

Letzte Meter zum Gipfel der Königsspitze (3851m), im Hintergrund Cevedale

Südtirol oder Tirol, Chamonix oder doch die Schweiz? Die letzten Tage des Jahres waren turbulent und die Entscheidung fiel erst im Auto: Über Silvester geht es in die Ortlergruppe.

Noch weniger geplant war es, anstatt still in einem Winterraum oder Biwak in einer bewirtschafteten Hütte ins neue Jahr zu rutschen. Doch die phantastische Küche der Schaubachhütte war es absolut wert und als am 2.1. der Wecker um 5 Uhr klingelte, waren wir erholt, fit und bereit, die formschöne Königsspitze (3851m) über die Ostrinne zu versuchen. Eine traumhafte, bei Januar-Verhältnissen (teils Blankeis) jedoch nicht einfache Tour, die als etwas ganz Besonderes ins persönliche Lebensbuch eingeht.

… MEHR DAZU

Taschachwand (3365m) – die Flucht nach oben

Ausblick aus der Wand

Eine Flucht. Ein Ausbruch aus dem Stress, Überlastung, Stadt. Einige Tage, um nur auf warme Finger, sauberes Gehen/Klettern und  gutes Vorankommen zu achten.  Um durchzuatmen und voller Energie wieder zu kommen.

Es war wieder eine spontane Entscheidung. Die Verhältnisse waren kaum zu erfahren, das Wetter spielt dieses Jahr wieder verrückt. Wir ließen es auf uns zukommen, quartierten uns gemeinsam mit einer tschechischen Gruppe im Winterraum des Taschachhauses ein und versuchten uns an der Taschachwand – mit Erfolg.

Sendepause adieu!

 

Video:  02-03.10.2016

Es war keine ruhige Zeit. Schon wieder wurde es kalt und heiß und kochte sogar zwischendurch über. Eins steht aber fest: Es gibt nichts entspannenderes, als im Morgengrauen einen Fuß  ganz vorsichtig vor dem anderen zu setzen, konzentriert, aber mental mühelos, angestrengt, aber die Bewegung genießend.

Zwei lange Bergwochenenden, ein Ultralauf und jede Menge nervenaufreibende Arbeitstage liegen seit der letzten Meldung hinter mir. Einige große Änderungen bahnen sich an, auch neue Touren sind schon geplant – eine wirkliche Ruhezeit war der Herbst mit Sicherheit nicht. Trotzdem würde es mich freuen, wieder häufiger dazu zu kommen, ein paar Zeilen zu schreiben – welcome back, Zeltgespenst 😀

zu Hause…endlich!

Nicht genug, dass ich mein seit über einem Jahr täglich 20fach benutztes Arbeitsrechner-Passwort spurlos vergessen habe. Nun stand ich 10 Minuten lang vor der Wohnungstür und probierte alle Schlüssel vom Schlüsselbund aus. Verrückt. 

Die letzte Woche fühlte sich wie ein Marathon an und es gibt nichts, worüber ich mich jetzt mehr freuen könnte, als über die eigene Wohnung.  „Kannst du ein paar Wochen ohne Pläne leben?“ fragten meine Eltern und hatten Recht: Das ist genau das, wonach ich mich im Moment richtig sehne. Ob es lange anhält?

Die letzten Tage (und Nächte) waren aktiv:

Samstag: Nachtbusfahrt

Sonntag: Lima anschauen

Montag: Drei Flüge (zwei davon über Nacht)

Dienstag: Vom Flughafen direkt zur Arbeit

Mittwoch: Arbeit+Packen für den UTMB

Donnerstag: Nach der Arbeit Nachtzug nach Chamonix

Freitag: Ankunft und UTMB-Start

Samstag: knapp 100km, Abbruch und eine Nacht im Feldbett in der Turnhalle

Sonntag: Nachtzug zurück

Montag: Ankunft und direkt zur Arbeit -> ZU HAUSE!!!

Daher erkläre ich nun für mich den Herbst für begonnen, werde wieder Routine in die Arbeit, Sport und sonstige Freizeit versuchen reinzubringen. Auch Fotos wollen sortiert werden und die berufliche Qualifikation ein wenig voran gebracht werden.

Nach und nach werde ich auch unsere tolle Zeit in Südamerika beschreiben und die komplette Seite etwas umstrukturieren – aber natürlich auch ein paar schöne Kilometer am Rhein zurück legen. Bis bald!

Peru!

„Irgendwann werde ich extra nach Peru fliegen und 3-4 Wochen lang die Cordillera Blanca erkunden“. Was sich in Chile noch ganz wage anhörte, nahm dieses Jahr plötzlich Form an.  Der Plan wurde sehr schnell sehr konkret und alles hätte so schön sein können, wenn ich heute um 22 Uhr nicht in ein Taxi gestiegen wäre.

„Zur Uniklinik bitte“.

 

Ja, als Patientin.

Wenige Minuten davor erhielt ich nämlich einen Anruf von einem Diensthabenden – ihn hatte ich schon davor telefonisch konsultiert – mit dem Angebot, mich mit meinem Problem doch persönlich vorzustellen. Ich nahm es dankbar an – wer kurz vor einer Reise ein gesundheitliches Problem bekommt, reist richtig unentspannt. Zum Glück wurde ich für lebensfähig erklärt und darf  auch fliegen.

Die Woche ging also richtig turbulent zu Ende, auf die Reise freue ich mich aber gewaltig. Es ist endlich alles gepackt und die Stimmung steigt trotz der späten Stunde immer weiter – noch wenige Stunden Schaf und wir sind im Flugzeug! Bis bald!