Zurück. Alle. Gut.

Blog Ostern Stubai
Hochgebirge im April. Hier noch alles im „grünen“ Bereich.

Es läuft nicht immer so, wie man es sich vorgestellt hat.

Eine Kombination aus unseren Fehlern, nicht beeinflussbaren äußeren Umständen und Gruppendynamik führte zu mehreren schwierigen Situationen, so dass wir froh sind, zu Hause – vorzeitig, aber zumindest doch ohne einen richtigen Notfall und ohne Hubschrauberflug – anzukommen.

Jetzt ist die Aufarbeitung an der Reihe. Zu welchem Zeitpunkt ist was schief gelaufen? Wie wäre es nächstes Mal zu vermeiden? Mit welchen Situationen muss man auch in der Zukunft rechnen? Welche konkrete Konsequenzen wären zu ziehen?

Jetzt verschiebe ich diese wichtigen Überlegungen aber auf später und werde den ungeplant freien Ostermontag beim Slacklinen am Rhein genießen.  Ab ins (warme und harmlose) Freie!

10 Tage ohne…

……..jetzt geht es aber wieder in den Schnee 🙂  Zu viert sitzen wir, wer im Zug, wer im Bus und wer im Auto in Richtung Süden und freuen uns, morgen früh Berge zu sehen.

Es gibt aber auch viele Fragen: Werden wir die auf über 3100m gelegene Müllerhütte überhaupt erreichen? Ist die geplante Überschreitung des Zuckerhütls (3507m) möglich und sinnvoll? Wie kommen wir, zu zweit im Vergleich zu den anderen beiden nicht akklimatisiert, überhaupt rauf? Wird das Wetter wie versprochen bescheiden?

Wir werden es sehen und uns anpassen müssen. Jetzt nutze ich aber zwei Stunden Fahrt ohne Umstiege und versuche etwas zu schlafen. Bis Bald!

Laufausflug Ennepetal

Jpeg
auf dem Wappenweg

….und wieder ist es Sonntagabend. Hinter dem Zugfenster ist es stockfinster, der Zugbegleiter sagt die inzwischen so gut bekannten Stationen an. Ich genieße die Ruhe und lasse diesen schönen Tag Review passieren.

Heute Morgen trafen wir uns im Bergischen Land  mit zwei Freunden aus Bonn.  Mit Dominik können wir auf viele gemeinsame Laufstunden zurückblicken;  acht Monate lang machten wir zusammen Hügel und Wälder rund um Bonn unsicher – immer spät abends/nachts, bei Regen, Eis und Schnee, oft mehrere Stunden lang. Nun bereitet er sich auf den Zugspitz-Ultratrail vor, außerdem wollen wir den Dragon-Trail  (51km/2000hm) am 15. März gemeinsam angehen.  Mit ihm seine Freundin Barbara, die nett und  topfit ist und sich freiwillig den Strapazen eines solchen Sonntags stellt. Ich meinerseits werde von Simon begleitet, der heute zum ersten Mal richtig im Gelände läuft, sich dabei aber hervorragend schlägt.

Vom Bahnhof Ennepetal wollen wir dem Wappenweg folgen und schauen, wie weit wir kommen (der gesamte Weg ist  54km lang). Zuerst verlaufen wir uns aber und sehr schnell ist klar, dass die Orientierung nicht einfach sein wird. Als wir endlich den richtigen Weg finden, merken wir weit vor uns eine Gestalt, die immer wieder hinfällt und offenbar  Mühe hat, aufzustehen. Näher angekommen, begreifen wir den Ernst der Lage: Ein älterer Mann spazierte mit Hund als es ihm schwindelig wurde und er nicht mehr richtig gehen konnte. Nach wenigen Minuten geht es ihm wesentlich besser, wir begleiten ihn auf dem kürzesten Wege zurück in den Ort, wo er mit Angehörigen telefoniert, und machen ihm deutlich, dass er sich unbedingt beim Arzt vorstellen soll.

Zurück auf dem Wappenweg, erwarten uns viele Auf- und Abstiege, Matsch, Sonne und Regen, Wind und schöne Ausblicke über das Bergische Land. Mehrmals verlaufen wir uns, was aber unserem Ziel – draußen sein und uns bewegen – keinen Abbruch tut.  Je weiter wir kommen, umso enger wird unser Grüppchen und umso flüssiger der Laufrhythmus. Mir macht es immer mehr Spaß, wenn auch sich der Muskelkater vom gestrigen Training nun doch meldet.

Nach einer Pause in der angenehm wärmenden Sonne (Barbara hatte tatsächlich Kuchen im Laufrucksack!) geht es weiter durch „Berge“ und Täler.  Nass sind die Schuhe, Schlamm bedeckt die Hosen bis zu den Knien. Nach 22 Kilometern entscheiden wir, die nächste Ausstiegsmöglichkeit genauer anzuschauen. Die Strecke haben wir nicht explizit vorbereiten und hoffen nur, dass die Nähe zur Zivilisation uns  früher oder später „retten“ wird.

In Voerden zeigt die Uhr gute 25km an. Erste Ermüdungsanzeichen sind unseren, normalerweise etwas weniger matschlaufaffinen,  Partnern anzumerken, sie beschweren sich jedoch nicht und versichern sogar, noch gut weiter machen zu können.  Für nicht ausbelastete (Dominik) gibt es noch einen ordentlichen Anstieg; ich schaffe ihn nur teilweise joggend. Und dann geht es schon „nach Hause“ – wir nehmen den direkten Weg zurück nach Ennepetal, trocken und asphaltiert. Die Sonne scheint, es ist warm – ein perfekter  Abschluss dieses wunderbaren Tages!

Während Barbara und Dominik noch eine Höhlenführung machten,  gönnten Simon und ich uns ein Eis in der Ortsmitte. Am Auto zeigte die schlaue Uhr  dann 30km an – wie lange wir gebraucht haben, hat keiner gemessen 😉

Die neue Woche kann kommen: Wir haben Tageslicht- und Energiespeicher aufgeladen und sind bereit, durchzustarten.  Morgen dürfen die Schuhe und die Kleidung erstmal trocknen – und dann geht es weiter, auf dem langen Weg zu den sonnenerwärmten Zielen.

Zurück aus Norwegen

Blog Rondane

Rotes Zelt inmitten einer weißen Landschaft. Drei paar Skier und drei Schlitten, in Reihe und Glied draußen „eingeparkt“. Berge, Berge und noch einmal Berge um einen herum…

Zwei Wochen lang machten wir den Nationalpark Rondane unsicher. Genossen das für die Gegend und die Jahreszeit ungewöhnlich warme Wetter, zogen Stück für Stück weiter, bestiegen als Tagestouren ein paar Gipfel. Die Tour verlief problemlos und sehr entspannt, höchstens Sonnenbrand und manche Abfahrten sorgten manchmal für etwas Abenteuergefühl.

Ganz besonders ist diesmal aber die Rückkehr. Aus dem späten Winter gereist und noch gestern im Schnee, gerieten wir heute in den weit fortgeschrittenen Frühling und sind überwältigt von Farben, Formen, Gerüchen. Die zwei Wochen der Abwesenheit fühlen sich deswegen sofort wesentlich länger an.