Dieser verrückter Kopf

Erst einige Tagen ist es her, seit ich mich über die Unsicherheit klagte. Seit ich mich selbst beim Hallenklettern überwinden musste und mich fragte, wo der Spaß an der Sache hin ist. Nun scheinbar war es nur ein kurzer Ausflug in eine Welt, die ich hoffentlich nie näher kennen lernen werde – inzwischen kann ich es nicht erwarten, morgen endlich wieder ans Plastik und am Karnevalswochenende ins Eis zu kommen.

Es ist gefühlt ewig her, seit wir zuletzt auf Tour waren. Seit wir früh morgens schweigend dem Licht der Stirnlampen folgten. Seit die Konzentration das einzige war, was man spürt – außer der Atemlosigkeit bei den kurzen Blicken in die unglaublich schöne Umgebung.

Ich will raus. Ich will mit den Spitzen meiner Eisgeräte das Leben fühlen. Klettern, so einsam und so weit es geht. Am Berg sein, erleichtert und fasziniert mittendrin am Stand hängen und den Lieblingstee mit Freunden teilen.

Wie kann die Stimmung so schnell umschlagen? Was lässt die Verunsicherung in die Lust umschwenken? Teilweise sind es sicherlich die Erinnerungen an all die tollen Momente, die man in den Bergen immer wieder erlebt. Teilweise die Fragen, die man sich selbst beantwortet. Zum Großteil aber vermutlich die Zeit, die neben den physischen Kratzern auch jene der Psyche beseitigt. Mal wieder beeindruckend!

Wir wissen noch nicht, wohin es am kommenden Wochenende geht. mehrere Möglichkeiten sind im Spiel; von richtig steilem Eis, von dem mein Kletterpartner träumt und wo ich höchstens im Nachstieg hoch komme, über moderates Gelände mit unseren weniger Erfahrenen – da darf auch ich mich austoben -, bis hin zu längeren gemischten Klettereien, worüber ich mich wahrscheinlich am meisten freuen würde. Wie auch immer: Ich kann es kaum erwarten und packe schon mal den Kletterrucksack für morgen – und mal schauen, vielleicht lässt sich auch der gemeine letzte Zug der (nicht-)Lieblingsroute doch irgendwie meistern.