Zeltgespenst

…ist unterwegs!

2x2h Glück

Es gibt eine Ecke in Deutschland, die eine Perle unter Perlen ist. Wo die Farben und Formen einen sofort in ihren Bann ziehen, das schroffe Hochgebirge auf malerische Täler trift und einen immer wieder staunen lässt. Es ist das Berchtesgadener Land.

Blick aus der Nähe von der Archenkanzel auf den Königssee

Ob man nun wandert, klettert, steigt, Trails läuft, Rad oder Boot fährt, rund um Berchtesgaden finden sich unzählige Optionen. Auch mich zog es recht früh hierhin – und seitdem immer wieder. Hier erlebte ich 2008 meine erste Wintertour – mit zwei saukalten Biwaks. 2009 im Herbst zog ich mir hier die (hoffentlich für immer!) einzige Verletzung zu – nachts in der Hütte. Diesmal wollte ich diese traumhafte Gegend mit meinem Freund teilen, der hier noch nie war. Zwar hatten wir genug Zeit, doch das Wetter hat nur bedingt mitgespielt – gereicht hat es nur für einen Wander- und einen halben Klettertag.

Rinnkendlsteig

Am Königssee gestartet, stiegen wir in Richtung Grünstein. Die Klettersteige am Grünstein waren hoffnungslos überfüllt, also gingen wir guter Dinge dran vorbei. Über den breiten Bergrücken ging es zur bereits wieder offenen Kührointalm und zum Aussichtspunkt Archenkanzel, welchen wir mit etwa 20 Personen teilten. Wenige Minuten davon zweigt ein markierter Pfad nach St. Bartolomae ab – der Ende des 19. Jahrhunderts angelegte Rinnkendlsteig. Der Weg ist kunstvoll gelegt und bestens gepflegt, also für jeden geübten und schwindelfreien Wanderer geeignet. Alle halbwegs ausgesetzten Passagen sind drahtseilversichert. Die Ausblicke über den Königssee sind sagenhaft; immer wieder mussten wir stehen bleiben und genießen. Und als ein schönes Finale geht es von der Halbinsel mit dem Boot zurück nach Schönau.

Klettern an den Barmsteinen

Nach diesem quasi Spaziergang am Vortag waren wir nun voller Tatendrang, endlich etwas steiler zu steigen. Doch spätetens um 10-11 Uhr sollte das Wetter entgültig schlecht werden mit Starkregen und Gewittern. So fiel die Wahl auf eine kurze, einfache Kraxeltour auf den Kleinen Barmstein. Der Südgrat ist mit II+ bewertet, der Zugang ist kurz – da sollten wir schnell genug wieder unten sein. So war es auch – das Kraxeln war sehr kurzweilig (wir hatten zwar Kletterausrüstung dabei, brauchten diese aber nicht wirklich, allenfalls zum Üben) und so standen wir zur Frühstückszeit noch im Trockenen unten und waren erst ein wenig aufgewärmt.

Dass wir am kleinen Barmstein nichts klettern können, erkannten wir ziemlich schnell. Die glatte, supersteile Wand ist nicht unsere Liga. Am Großen Barmstein kletterten bereits zwei Seilschaften; wir schauten uns um und bekamen sogar einen Tipp, wo die leichteren Routen zu finden sind. Die nächsten 2-3 Stunden verflogen wie im Traum – phantastischer Fels, klasse Aussicht und die doch ziemlich herausfordernde Kletterei im oberen 5. – 6. Grad waren es auf jeden Fall wert, danach nass zu werden. Dann regnete es nämlich wie versprochen und wir mussten überlegen, was wir mit der kommenden Woche anstellen. Da hätte ich noch nicht einmal träumen dürfen, dass ich meinen Freund für Arco begeistern können werde… Aber das ist schon eine ganz andere Geschichte 🙂

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