Zurück aus Friesland…

mitten in Friesland kurz nach Sonnenaufgang
Rudern durchs Friesland: Hier kurz nach Sonnenaufgang

Es ist Sonntag, der erste Juni, und wie so oft sitze ich im Zug unterwegs nach Hause. Mit nur einem Unterschied: Elfsteden Roeimarathon liegt nicht mehr vor, sondern hinter mir! Ein phantastisches Wochenende mit einer wunderbaren Mannschaft, das rot unterstrichen ins Gedächtnis eingeprägt wird – und hoffentlich nicht zum letzten Mal mit uns stattfindet.

Bis die Eindrücke verarbeitet und niedergeschrieben sind, wird es noch einige Tage dauern, jetzt möchte ich nur sagen:

Danke liebe Mannschaft für das tolle Wochenende und super Ergebnis!

 

Nachtrag:  HIER geht es zum Bericht 😉

Elf Steden Tocht 2014

Es ist soweit!!!!!!

Über 200km mit dem Ruderboot in einer 12er Mannschaft, von der jeweils zwei Ruderer und eine Steuerperson gleichzeitig auf dem Wasser sind – das ist der traditionelle Elfstedentocht Roeimarathon in Friesland. Über Tag und Nacht, auf engen Kanälen und breiten windanfälligen Seen fahren die zierlichen Zweier dem Ziel entgegen. Nicht immer sind die Wechselstellen zum Anlegen geeignet, unter manchen Brücken passt man nur in liegender Position durch und die Orientierung im Kanalsystem stellt eine besondere Herausvorderung dar – ohne ordentliche Vorbereitung hat man bei Elfsteden wenig Chancen. Ich freue mich, mit einer erfahrener Mannschaft starten zu dürfen und bin gespannt auf das Rennen – am Sonntag wird berichtet!!!!

42km „entspannt“

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Kann ich einen Marathon langsam und dafür entspannt „laufen“ oder wird es trotzdem anstrengend? Dieser Frage ging ich gestern nach und startete praktisch ohne  Vorbereitung (= keine durchgelaufenen Strecken über 20km Länge und auch der Rest unregelmäßig) beim Mittelrheinmarathon in Koblenz.

Mit weniger als 300 Teilnehmern ging es auf die Strecke, deren Verlauf  ich mir nur grob angeschaut hatte. Deswegen ließ die erste Überraschung auf sich nicht warten: Es ging nicht wie gedacht die Rheinpromenade entlang, sondern über die B9 – und diese ist etwas wellig. Zeitweise wähnte ich mich irgendwo in den USA: Kilometerweit geradeaus verlaufende Straße, sich weit verteilte Läufer, gnadenlose Sonne auf der schattenarmen Strecke (erstes warmes/heißes Wochenende dieses Jahr!). Nachdem ich mein Tempo gefunden habe, ging es aber recht stressfrei nach vorne, mit nur kurzen, aber angenehmen Besuchen in den auf dem Weg liegenden Dörfern.  Die Bewohner von Rhens, Brey und besonders Spay bereiteten Teilnehmern einen herzlichen Empfang; es herrschte Atmosphäre eines Straßenfestes, die ich bereits auf dem Hinweg (wir liefen bis Boppard und dieselbe Strecke zurück) sehr genossen habe.

Einige Kilometer vor der Wende holte ich die 4:15-Pacemaker ein und wir liefen in einer kleinen Gruppe bis zum Halbmarathon-Bogen, den wir pünktlich nach 2h 7min 40s erreichten. Danach gönnte ich mir allerdings etwas längere Trinkpause und das Grüppchen war weg.

Auf dem „Weg nach Hause“ läuft man wiederholt über eine etwa 8km lange Kurve „mitten im Nirgendwo“. Zwar ist die Strecke landschaftlich sehr schön – oberes Mittelrheintal ist immer einen Besuch wert! – das ist aber ein schwieriger Abschnitt was  Motivation angeht. Selbst bei ganz gemütlichen Tempo ließ die Lust, weiter zu machen zu wünschen übrig, also beschäftigte ich mich damit, diejenige, die gerade spazieren gingen, aufzumuntern.  Teilweise hat es geklappt und wir liefen sogar ein Stück zusammen, teilweise blieb es bei Smalltalk.

In den Ortschaften wurde es wieder stimmungsvoll. Obwohl inzwischen die Halbmarathonläufer von hinten angesaust kamen und man nicht mehr ganz allein auf der Strecke war, wurde man als Marathoni – wir waren an der Startnummerfarbe erkennbar – ganz besonders empfangen. Die Dörfer selbst sind ein Teil des UNESCO-Weltkulturerbes und mit vielen Fachwerkhäusern wahre Perlen am Rhein.

Nach dem Verlassen von Rhens blieben uns nur noch 11km Strecke.  Nun waren alle durchgemischt – 10km-, Halbmarathon, Staffel- und die restlichen Marathonläufer. Sonne, die uns für etwa 20 Minuten in Ruhe gelassen und sich hinter Wolken versteckt hatte, kam wieder raus und ärgerte. Teilweise kam steifer Gegenwind hinzu – den hätten wir in der Hitze des Hinweges nach Boppard besser gebraucht!

Mir ging es aber komischerweise recht gut. An jeder Verpflegungsstelle holte ich mir etwas zu trinken (100-150ml Wasser/ Elektrolyte) und spazierte bis alles ausgetrunken war oder ich genug hatte. Gehpausen „ohne Grund“, wie wir einige davor eingelegt hatte (2-4 Mal bei den Anstiegen) brauchte und machte ich keine mehr. Es ging langsam, aber stetig zurück nach Koblenz und ich freute mich über den Schatten in der Stadt selbst.

Das Ankommen war unspektakulär. Auf dem letzten Kilometer steigerte ich den Gang und genoss das Laufgefühl.  Zwar waren die Muskeln steif und die Füße vertrugen die (bisher nicht auf langen Strecken getesteten) Socken nicht – aber die Laufbewegung machte immer noch Spaß.  Wo ich damals in Madrid völlig fertig um jeden Schritt kämpfte und nach dem Zieleinlauf auf die erste Wiese fiel, konnte ich nun die ganze Stimmung der Veranstaltung wahrnehmen, die Fotografen anlächeln und nach erfrischendem Getränk in Richtung Duschen spazieren.  Dort traf ich auch auf meine Münchener Freunde, von denen die Frau auf Bestzeit gelaufen und mit 3h 43min eine starke Zeit geliefert hat.

vor dem Start. Claudia hat ein hartes Rennen vor sich, Richard begleitet sie
vor dem Start. Claudia hat ein hartes Rennen vor sich, Richard begleitet sie, ich  bleibe locker

Insgesamt hat es also funktioniert, langsam zu laufen und Spaß zu haben. Auch bin ich froh, trotz ungenügender Vorbereitung heute mit nur minimalem Muskelkater aufzuwachen und ansonsten mich ganz fit zu fühlen. Für die Psyche ist ein Wettkampf, den man extra locker angeht, aber unbefriedigend und eine Zeit von 4h 31min schlecht zu akzeptieren. Daher werde ich dieses Jahr,  wahrscheinlich im Herbst, noch irgendwo starten und dann voll laufen – um erneut im Ziel liegend „nie wieder!“ zu denken , zwei Tage später aber stolz weiter zu planen….

102km/ 2800hm Ahrsteig – geschafft!

Blog Ahrsteig 2
von Blankenheim nach Sinzig – aber zu Fuß

Seit ein paar Stunden bin ich wieder zu Hause. Geduscht, ausgeschlafen, weitestgehend erholt. Es war eine lange Wanderung, definitiv kein „Selbstläufer“, aber es gab auch nichts, was nicht zu erwarten wäre.

Die Höhen und Tiefen des Ahrsteigs waren diesmal deutlich zu spüren – weniger im direkten, sondern viel mehr im übertragenen Sinne. Schöne Pfade und Aussichten wechselten sich mit Regenschauern und grau verhangenen Hügeln ab,  sorgenfreie Abschnitte mit Zweifeln. Ein besonders starker Regenschauer am späten Abend durchnässte alle bis auf die Knochen und brachte mehrere von uns zum Abbrechen, gute Organisation und Fürsorge durch Klaus Angel (www.ahr.de) machte aber immer wieder Mut.

Insgesamt ist die Aktion für mich durchaus als positiv zu werten. Bald noch mehr dazu – der Ahrsteig-Bericht kommt in wenigen Tagen!

 

Nachtrag: Zum Bericht geht es HIER!

100km Ahrsteig

Blog Ahrsteig
Wandern an der Ahr, hier im Herbst

Vor einer Woche wurde das Projekt „Ahrsteig am Stück“ zum ersten Mal angesprochen. Zehn Minuten dauerte es, bis ich mich überzeugt hatte, dass es das geplante Marathon eine Woche später nicht stören wird. Und nun kam gestern die Teilnahmebestätigung.

Wieder draußen und in einer wunderschönen Gegend unterwegs zu sein, nach langem (Touren-)Winter das Grün zu genießen, die Ahr rauschen zu hören und nebenbei für den WiBoLT zu trainieren – ich kann es kaum erwarten! Freue mich auf die lange Strecke, auf alle Höhen und Tiefen, die kommen werden und Menschen, mit denen wir in einer Gruppe unterwegs sein werden.

100 km sind lang, es ist aber keine Angst zu spüren, sondern nur eine große Lust erneut stundenlang zu gehen,  früher oder später zu kämpfen und möglicherweise sogar aufzugeben – aber nicht, ohne alle anderen Möglichkeiten aufgebraucht zu haben.  Das Wetter verspricht nass zu werden und die Aktion – unter anderem wegen Wanderung als Gruppe – lang,  ich zähle aber trotzdem die Zeit bis zum Beginn runter und kann es nicht erwarten, an der Ahrquelle zu stehen!!!

Zurück. Alle. Gut.

Blog Ostern Stubai
Hochgebirge im April. Hier noch alles im „grünen“ Bereich.

Es läuft nicht immer so, wie man es sich vorgestellt hat.

Eine Kombination aus unseren Fehlern, nicht beeinflussbaren äußeren Umständen und Gruppendynamik führte zu mehreren schwierigen Situationen, so dass wir froh sind, zu Hause – vorzeitig, aber zumindest doch ohne einen richtigen Notfall und ohne Hubschrauberflug – anzukommen.

Jetzt ist die Aufarbeitung an der Reihe. Zu welchem Zeitpunkt ist was schief gelaufen? Wie wäre es nächstes Mal zu vermeiden? Mit welchen Situationen muss man auch in der Zukunft rechnen? Welche konkrete Konsequenzen wären zu ziehen?

Jetzt verschiebe ich diese wichtigen Überlegungen aber auf später und werde den ungeplant freien Ostermontag beim Slacklinen am Rhein genießen.  Ab ins (warme und harmlose) Freie!

10 Tage ohne…

……..jetzt geht es aber wieder in den Schnee 🙂  Zu viert sitzen wir, wer im Zug, wer im Bus und wer im Auto in Richtung Süden und freuen uns, morgen früh Berge zu sehen.

Es gibt aber auch viele Fragen: Werden wir die auf über 3100m gelegene Müllerhütte überhaupt erreichen? Ist die geplante Überschreitung des Zuckerhütls (3507m) möglich und sinnvoll? Wie kommen wir, zu zweit im Vergleich zu den anderen beiden nicht akklimatisiert, überhaupt rauf? Wird das Wetter wie versprochen bescheiden?

Wir werden es sehen und uns anpassen müssen. Jetzt nutze ich aber zwei Stunden Fahrt ohne Umstiege und versuche etwas zu schlafen. Bis Bald!

Laufausflug Ennepetal

Jpeg
auf dem Wappenweg

….und wieder ist es Sonntagabend. Hinter dem Zugfenster ist es stockfinster, der Zugbegleiter sagt die inzwischen so gut bekannten Stationen an. Ich genieße die Ruhe und lasse diesen schönen Tag Review passieren.

Heute Morgen trafen wir uns im Bergischen Land  mit zwei Freunden aus Bonn.  Mit Dominik können wir auf viele gemeinsame Laufstunden zurückblicken;  acht Monate lang machten wir zusammen Hügel und Wälder rund um Bonn unsicher – immer spät abends/nachts, bei Regen, Eis und Schnee, oft mehrere Stunden lang. Nun bereitet er sich auf den Zugspitz-Ultratrail vor, außerdem wollen wir den Dragon-Trail  (51km/2000hm) am 15. März gemeinsam angehen.  Mit ihm seine Freundin Barbara, die nett und  topfit ist und sich freiwillig den Strapazen eines solchen Sonntags stellt. Ich meinerseits werde von Simon begleitet, der heute zum ersten Mal richtig im Gelände läuft, sich dabei aber hervorragend schlägt.

Vom Bahnhof Ennepetal wollen wir dem Wappenweg folgen und schauen, wie weit wir kommen (der gesamte Weg ist  54km lang). Zuerst verlaufen wir uns aber und sehr schnell ist klar, dass die Orientierung nicht einfach sein wird. Als wir endlich den richtigen Weg finden, merken wir weit vor uns eine Gestalt, die immer wieder hinfällt und offenbar  Mühe hat, aufzustehen. Näher angekommen, begreifen wir den Ernst der Lage: Ein älterer Mann spazierte mit Hund als es ihm schwindelig wurde und er nicht mehr richtig gehen konnte. Nach wenigen Minuten geht es ihm wesentlich besser, wir begleiten ihn auf dem kürzesten Wege zurück in den Ort, wo er mit Angehörigen telefoniert, und machen ihm deutlich, dass er sich unbedingt beim Arzt vorstellen soll.

Zurück auf dem Wappenweg, erwarten uns viele Auf- und Abstiege, Matsch, Sonne und Regen, Wind und schöne Ausblicke über das Bergische Land. Mehrmals verlaufen wir uns, was aber unserem Ziel – draußen sein und uns bewegen – keinen Abbruch tut.  Je weiter wir kommen, umso enger wird unser Grüppchen und umso flüssiger der Laufrhythmus. Mir macht es immer mehr Spaß, wenn auch sich der Muskelkater vom gestrigen Training nun doch meldet.

Nach einer Pause in der angenehm wärmenden Sonne (Barbara hatte tatsächlich Kuchen im Laufrucksack!) geht es weiter durch „Berge“ und Täler.  Nass sind die Schuhe, Schlamm bedeckt die Hosen bis zu den Knien. Nach 22 Kilometern entscheiden wir, die nächste Ausstiegsmöglichkeit genauer anzuschauen. Die Strecke haben wir nicht explizit vorbereiten und hoffen nur, dass die Nähe zur Zivilisation uns  früher oder später „retten“ wird.

In Voerden zeigt die Uhr gute 25km an. Erste Ermüdungsanzeichen sind unseren, normalerweise etwas weniger matschlaufaffinen,  Partnern anzumerken, sie beschweren sich jedoch nicht und versichern sogar, noch gut weiter machen zu können.  Für nicht ausbelastete (Dominik) gibt es noch einen ordentlichen Anstieg; ich schaffe ihn nur teilweise joggend. Und dann geht es schon „nach Hause“ – wir nehmen den direkten Weg zurück nach Ennepetal, trocken und asphaltiert. Die Sonne scheint, es ist warm – ein perfekter  Abschluss dieses wunderbaren Tages!

Während Barbara und Dominik noch eine Höhlenführung machten,  gönnten Simon und ich uns ein Eis in der Ortsmitte. Am Auto zeigte die schlaue Uhr  dann 30km an – wie lange wir gebraucht haben, hat keiner gemessen 😉

Die neue Woche kann kommen: Wir haben Tageslicht- und Energiespeicher aufgeladen und sind bereit, durchzustarten.  Morgen dürfen die Schuhe und die Kleidung erstmal trocknen – und dann geht es weiter, auf dem langen Weg zu den sonnenerwärmten Zielen.

Zurück aus Norwegen

Blog Rondane

Rotes Zelt inmitten einer weißen Landschaft. Drei paar Skier und drei Schlitten, in Reihe und Glied draußen „eingeparkt“. Berge, Berge und noch einmal Berge um einen herum…

Zwei Wochen lang machten wir den Nationalpark Rondane unsicher. Genossen das für die Gegend und die Jahreszeit ungewöhnlich warme Wetter, zogen Stück für Stück weiter, bestiegen als Tagestouren ein paar Gipfel. Die Tour verlief problemlos und sehr entspannt, höchstens Sonnenbrand und manche Abfahrten sorgten manchmal für etwas Abenteuergefühl.

Ganz besonders ist diesmal aber die Rückkehr. Aus dem späten Winter gereist und noch gestern im Schnee, gerieten wir heute in den weit fortgeschrittenen Frühling und sind überwältigt von Farben, Formen, Gerüchen. Die zwei Wochen der Abwesenheit fühlen sich deswegen sofort wesentlich länger an.