zu Hause…endlich!

Nicht genug, dass ich mein seit über einem Jahr täglich 20fach benutztes Arbeitsrechner-Passwort spurlos vergessen habe. Nun stand ich 10 Minuten lang vor der Wohnungstür und probierte alle Schlüssel vom Schlüsselbund aus. Verrückt. 

Die letzte Woche fühlte sich wie ein Marathon an und es gibt nichts, worüber ich mich jetzt mehr freuen könnte, als über die eigene Wohnung.  „Kannst du ein paar Wochen ohne Pläne leben?“ fragten meine Eltern und hatten Recht: Das ist genau das, wonach ich mich im Moment richtig sehne. Ob es lange anhält?

Die letzten Tage (und Nächte) waren aktiv:

Samstag: Nachtbusfahrt

Sonntag: Lima anschauen

Montag: Drei Flüge (zwei davon über Nacht)

Dienstag: Vom Flughafen direkt zur Arbeit

Mittwoch: Arbeit+Packen für den UTMB

Donnerstag: Nach der Arbeit Nachtzug nach Chamonix

Freitag: Ankunft und UTMB-Start

Samstag: knapp 100km, Abbruch und eine Nacht im Feldbett in der Turnhalle

Sonntag: Nachtzug zurück

Montag: Ankunft und direkt zur Arbeit -> ZU HAUSE!!!

Daher erkläre ich nun für mich den Herbst für begonnen, werde wieder Routine in die Arbeit, Sport und sonstige Freizeit versuchen reinzubringen. Auch Fotos wollen sortiert werden und die berufliche Qualifikation ein wenig voran gebracht werden.

Nach und nach werde ich auch unsere tolle Zeit in Südamerika beschreiben und die komplette Seite etwas umstrukturieren – aber natürlich auch ein paar schöne Kilometer am Rhein zurück legen. Bis bald!

Peru!

„Irgendwann werde ich extra nach Peru fliegen und 3-4 Wochen lang die Cordillera Blanca erkunden“. Was sich in Chile noch ganz wage anhörte, nahm dieses Jahr plötzlich Form an.  Der Plan wurde sehr schnell sehr konkret und alles hätte so schön sein können, wenn ich heute um 22 Uhr nicht in ein Taxi gestiegen wäre.

„Zur Uniklinik bitte“.

 

Ja, als Patientin.

Wenige Minuten davor erhielt ich nämlich einen Anruf von einem Diensthabenden – ihn hatte ich schon davor telefonisch konsultiert – mit dem Angebot, mich mit meinem Problem doch persönlich vorzustellen. Ich nahm es dankbar an – wer kurz vor einer Reise ein gesundheitliches Problem bekommt, reist richtig unentspannt. Zum Glück wurde ich für lebensfähig erklärt und darf  auch fliegen.

Die Woche ging also richtig turbulent zu Ende, auf die Reise freue ich mich aber gewaltig. Es ist endlich alles gepackt und die Stimmung steigt trotz der späten Stunde immer weiter – noch wenige Stunden Schaf und wir sind im Flugzeug! Bis bald!

36h Wallis

ein Morgen am Mischabeljochbiwak (3849m)

Fünf Tage vor dem großen Urlaub 700km weit in die Berge? Ist das sinnvoll, realistisch, macht das Spaß oder eher Stress? „Klar“, sagten wir und hofften nicht nur ein schönes Wochenende zu haben, sondern auch uns schon vor der Reise etwas zu akklimatisieren. Mit von der Partie gute Freunde – eine  Vierer-„Dreamteam“-Gruppe!

Aber kann man als Flachländer überhaupt direkt die erste Nacht auf 3850m schlafen?  Oder einen 4000er ganz ohne vorheriger Anpassung an einem kurzen Wochenende besteigen?  Drei von uns konnten diese Fragen ganz vorsichtig bejahen, für die vierte Person wurde es jedoch zu eineк nicht immer angenehmeт Angelegenheit.

Als die Arbeitswoche endlich vorbei war, trafen wir uns in der Eifel und fuhren gen Süden los. Nach vier Stunden Schlaf bei Kandersteg – die Matten wurden einfach auf einem Parkplatz ausgerollt – ging es ins sonnige Wallis. Gemütlich stiegen wir die 1700hm zum Mischabeljochbiwak hinauf, verbrachten dort eine Nacht und ohne das eigentlich geplante Täschhorn zu versuchen kraxelten über den Alphubel-Nordgrat zum Gipfel (4206m) hinauf. Runter ging es auf dem Normalweg.

Nachdem meine Freunde sich an der Europahütte nach Hause verabschiedet haben, wanderte ich noch zu Fuß nach Täsch, dann nach Zermatt und zurück und nahm spätabends die Bahn zurück nach Köln.  Um 6:30 hieß es in den Zug zur Arbeit umzusteigen und punkt um 8 Uhr ging die neue Arbeitswoche los…

Ein schönes, entspanntes Wochenende – und jetzt freuen wir uns auf die große Tour!

Timeout

 

Drei Tage Zeit – nur ein langes Wochenende.  800km Entfernung, die überwunden werden müssen.  Gewagte Akklimatisierungstaktik: 3500m vertragen wir ohne Anpassung gerade noch gut.

Und plötzlich tanzen die Schneeflocken um einen herum, die Landschaft raubt einem den Atem und die Augen glänzen.  Man lacht, flucht, zweifelt und dann wieder lacht. Man lebt…

Nur 2,5 Tage verbrachten wir in den Bergen. Keine richtige Tour gegangen – um anspruchsvolle Sachen auszuprobieren (ich) war es zu windig. Aber definitiv Spaß gehabt und Pläne fürs nächste, übernächste, überüberübernächste Mal geschmiedet… und es einfach nur genossen.

wieder im Frühling angekommen!

 

Es lief alles andere als nach Plan. Schon der erste Tag wollte nicht klappen – über die Gründe später mehr. Doch die Gruppe ließ sich die Stimmung nicht verderben, hielt zusammen, half sich gegenseitig und lachte in jeder Situation.

„Auf gut Glück“ ist wohl der richtige Ausdruck dafür, wie es im Endeffekt lief. Als letzen Ausweg fuhren wir in die mir schon bekannte Gegend (Dovrefjell) und liefen weitgehend die gleiche Tour wie ich bereits 2013. Trotzdem war es ein klasse Urlaub, so abwechslungsreich und schön, wie man es sich wünscht.  Und am Ende waren wir uns einig: Es hat sich gelohnt!

Danke liebe Freunde und bis bald!!!

dem Winter hinterher: Jostedalsbreen ruft!

Es ist Frühlingsbeginn und die ersten Obstbäume blühen. Der kühle Nebel soll endlich der wärmenden Sonne weichen, die Tage werden immer länger, jeder freut sich auf die Wärme …. fast jeder, denn für uns beginnt der „richtige“ Winter jetzt erst. Die Chats und E-Mail-Accounte glühen: Wie ist die Lawinenlage? Nehmen wir Helme mit? Wie viel Brennstoff muss besorgt werden? Hunderte Fragen flitzen täglich durch die Leitungen. Und nun ist es so weit…

unterwegs in der weißen Welt. Norwegen, Dovrefjell, 2013

Selten habe ich mich auf eine Tour so gefreut. Eine tolle, (berg-)erfahrene Gruppe, wunderschöne Gegend, anspruchsvolle Route. Und ich inzwischen mehr als urlaubsreif. Andererseits kann ich mich auch nicht erinnern, dass die Planung schon einmal so aufwändig war. Um so erfreulicher ist es, „nur noch“ den Schlitten packen zu müssen und sich auf 10 Tage Offlineleben einzustellen.

Morgen nach der Arbeit verabschieden uns vom beginnenden Frühling und steuern den Flughafen an, um am späten Abend  in Oslo den Bus in den Norden nehmen. Wenn alles gut geht, kommen wir bereits in der Morgendämmerung in Fjaerland, an unserem Startpunkt, an. Von dort geht es auf den Jostedalsbreen – den größten Gletscher auf dem europäischen Festland – und je nach verbliebener Zeit durch den Nationalpark Breheimen durch. Gern würden wir auch den ein oder anderen Gipfel versuchen – die komplette Ausrüstung ist dabei und das Gepäck entsprechend schwer.

Natürlich kann auch einiges schief gehen – eine Zufriedenheitsgarantie gibt es draussen nicht. Wir werden versuchen, die zehn Tage voll auszukosten, aus jedem Wetter das beste zu machen und den Urlaub einfach zu genießen. Und dann ist auch der April endlich da.

Eis, bitte!

 Monika beim Zustieg – lockeres Aufwärmprogramm 🙂

Bereits mehr als nur einmal zog es uns in diesem Winter ins Eis. Die gefrorenen Kunstwerke bestaunen, lernen, den künstlichen Füßen und „Fingern“ zu vertrauen, auf die speziellen Gefahren aufmerksam werden und natürlich einfach Spaß haben!

Fotos beim Eisklettern zu machen ist jedoch gerade mit einer größeren Kamera ziemlich unmöglich. Deswegen gibt es am Ende der Saison nur eine kleine Sammlung aus mehreren Ausflügen – aber die gibt es 🙂

 

weiße Weihnachten und ein toller Rutsch ins 2016

Die Rekordwärme im Dezember 2015 ließ nicht nur vielerorts Rapsfelder aufblühen sondern schuf auch in den Alpen sehr ungewöhnliche Bedingungen: Kein Schnee süd- und bodenloser Pulver nordseitig, Gletscherspalten gefährlicher denn je, dafür aber eine absolut entspannte Lawinenlage. Wir passten uns an, verbrachten ein paar schöne Tage im Pitztal, gingen eisklettern und feierten den Jahresabschluss bei einer fast 10h Tour über den Westgrat zur hohen Geige (3396m). Die Silvesternacht wurde danach gemütlichst verschlafen…

Ich wünsche Euch allen ein gesundes, aktives Jahr 2016 mit vielen Touren, glücklichen Partnern und passendem Wetter!

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Allalinhorn (4027m)

Allalinhorn Nordfanke/ Nordwand

Winter oder kein Winter? Im November kann es sowohl herbstlich mild mit wenig Schnee, aber auch winterlich kalt mit bodenlosem Pulver geben. Wir erwischten den Zustand dazwischen und durften dem Allalinhorn (4027m) über seine steile Nordflanke auf den Haupt steigen – während der (sonst) leichtere West-Anstieg zur Zeit heikel ist,  genossen wir hier gute und sichere Bedingungen und hatten den Berg nur für uns.

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