Cogne – Eis für alle!

Dank Steigeisen und Eisgeräten kommt man in die Zauberwelt der gefrorenen Wasserfälle

Der Winter schreitet fort;  wir nutzen jede Möglichkeit, ihn zu genießen. Diesmal haben wir uns eine 10h-Autofahrt angetan um die Mekka des Eiskletterns zu besuchen – die kleine Ortschaft Cogne im italienischen Aostatal. Im Dunkeln angekommen und kaum Eis gesehen, hatten wir schon Angst, die ganze Reise umsonst gemacht zu haben, doch spätestens am nächsten Morgen war klar: Selbst wenn der Winter bisher relativ trocken war und viele Eisfälle sich nicht ausgebildet haben, hat es hier trotzdem mehr Eis als wir je klettern können würden. Tschakka!

Fünf Tage blieben wir in unserer kleinen Ferienwohnung in Lillaz, sammelten insgesamt 1800 Klettermeter und seilten jeder 20 -25 Mal ab. Als Abschlusstour für die früher abreisenden meinen Tourenpartner Lukas und mich (die anderen hatte mehr Zeit und sind noch fleißig dabei) glückte uns das Cold Couloir – eine 600hm  (WI4+ TD-) lange, elegante Linie im Vallone Valeille.

Cogne hat uns allen super gefallen; ich werde sicher noch ein paar Worte dazu schreiben – und trotz der Entfernung wieder kommen!

Königsspitze 02.01.2017

Letzte Meter zum Gipfel der Königsspitze (3851m), im Hintergrund Cevedale

Südtirol oder Tirol, Chamonix oder doch die Schweiz? Die letzten Tage des Jahres waren turbulent und die Entscheidung fiel erst im Auto: Über Silvester geht es in die Ortlergruppe.

Noch weniger geplant war es, anstatt still in einem Winterraum oder Biwak in einer bewirtschafteten Hütte ins neue Jahr zu rutschen. Doch die phantastische Küche der Schaubachhütte war es absolut wert und als am 2.1. der Wecker um 5 Uhr klingelte, waren wir erholt, fit und bereit, die formschöne Königsspitze (3851m) über die Ostrinne zu versuchen. Eine traumhafte, bei Januar-Verhältnissen (teils Blankeis) jedoch nicht einfache Tour, die als etwas ganz Besonderes ins persönliche Lebensbuch eingeht.

… MEHR DAZU

Taschachwand (3365m) – die Flucht nach oben

Ausblick aus der Wand

Eine Flucht. Ein Ausbruch aus dem Stress, Überlastung, Stadt. Einige Tage, um nur auf warme Finger, sauberes Gehen/Klettern und  gutes Vorankommen zu achten.  Um durchzuatmen und voller Energie wieder zu kommen.

Es war wieder eine spontane Entscheidung. Die Verhältnisse waren kaum zu erfahren, das Wetter spielt dieses Jahr wieder verrückt. Wir ließen es auf uns zukommen, quartierten uns gemeinsam mit einer tschechischen Gruppe im Winterraum des Taschachhauses ein und versuchten uns an der Taschachwand – mit Erfolg.

Sendepause adieu!

 

Video:  02-03.10.2016

Es war keine ruhige Zeit. Schon wieder wurde es kalt und heiß und kochte sogar zwischendurch über. Eins steht aber fest: Es gibt nichts entspannenderes, als im Morgengrauen einen Fuß  ganz vorsichtig vor dem anderen zu setzen, konzentriert, aber mental mühelos, angestrengt, aber die Bewegung genießend.

Zwei lange Bergwochenenden, ein Ultralauf und jede Menge nervenaufreibende Arbeitstage liegen seit der letzten Meldung hinter mir. Einige große Änderungen bahnen sich an, auch neue Touren sind schon geplant – eine wirkliche Ruhezeit war der Herbst mit Sicherheit nicht. Trotzdem würde es mich freuen, wieder häufiger dazu zu kommen, ein paar Zeilen zu schreiben – welcome back, Zeltgespenst 😀

zu Hause…endlich!

Nicht genug, dass ich mein seit über einem Jahr täglich 20fach benutztes Arbeitsrechner-Passwort spurlos vergessen habe. Nun stand ich 10 Minuten lang vor der Wohnungstür und probierte alle Schlüssel vom Schlüsselbund aus. Verrückt. 

Die letzte Woche fühlte sich wie ein Marathon an und es gibt nichts, worüber ich mich jetzt mehr freuen könnte, als über die eigene Wohnung.  „Kannst du ein paar Wochen ohne Pläne leben?“ fragten meine Eltern und hatten Recht: Das ist genau das, wonach ich mich im Moment richtig sehne. Ob es lange anhält?

Die letzten Tage (und Nächte) waren aktiv:

Samstag: Nachtbusfahrt

Sonntag: Lima anschauen

Montag: Drei Flüge (zwei davon über Nacht)

Dienstag: Vom Flughafen direkt zur Arbeit

Mittwoch: Arbeit+Packen für den UTMB

Donnerstag: Nach der Arbeit Nachtzug nach Chamonix

Freitag: Ankunft und UTMB-Start

Samstag: knapp 100km, Abbruch und eine Nacht im Feldbett in der Turnhalle

Sonntag: Nachtzug zurück

Montag: Ankunft und direkt zur Arbeit -> ZU HAUSE!!!

Daher erkläre ich nun für mich den Herbst für begonnen, werde wieder Routine in die Arbeit, Sport und sonstige Freizeit versuchen reinzubringen. Auch Fotos wollen sortiert werden und die berufliche Qualifikation ein wenig voran gebracht werden.

Nach und nach werde ich auch unsere tolle Zeit in Südamerika beschreiben und die komplette Seite etwas umstrukturieren – aber natürlich auch ein paar schöne Kilometer am Rhein zurück legen. Bis bald!

Peru!

„Irgendwann werde ich extra nach Peru fliegen und 3-4 Wochen lang die Cordillera Blanca erkunden“. Was sich in Chile noch ganz wage anhörte, nahm dieses Jahr plötzlich Form an.  Der Plan wurde sehr schnell sehr konkret und alles hätte so schön sein können, wenn ich heute um 22 Uhr nicht in ein Taxi gestiegen wäre.

„Zur Uniklinik bitte“.

 

Ja, als Patientin.

Wenige Minuten davor erhielt ich nämlich einen Anruf von einem Diensthabenden – ihn hatte ich schon davor telefonisch konsultiert – mit dem Angebot, mich mit meinem Problem doch persönlich vorzustellen. Ich nahm es dankbar an – wer kurz vor einer Reise ein gesundheitliches Problem bekommt, reist richtig unentspannt. Zum Glück wurde ich für lebensfähig erklärt und darf  auch fliegen.

Die Woche ging also richtig turbulent zu Ende, auf die Reise freue ich mich aber gewaltig. Es ist endlich alles gepackt und die Stimmung steigt trotz der späten Stunde immer weiter – noch wenige Stunden Schaf und wir sind im Flugzeug! Bis bald!

36h Wallis

ein Morgen am Mischabeljochbiwak (3849m)

Fünf Tage vor dem großen Urlaub 700km weit in die Berge? Ist das sinnvoll, realistisch, macht das Spaß oder eher Stress? „Klar“, sagten wir und hofften nicht nur ein schönes Wochenende zu haben, sondern auch uns schon vor der Reise etwas zu akklimatisieren. Mit von der Partie gute Freunde – eine  Vierer-„Dreamteam“-Gruppe!

Aber kann man als Flachländer überhaupt direkt die erste Nacht auf 3850m schlafen?  Oder einen 4000er ganz ohne vorherige Anpassung an einem kurzen Wochenende besteigen?  Drei von uns konnten diese Fragen ganz vorsichtig bejahen, für die vierte Person wurde es jedoch zu einer nicht immer angenehmen Angelegenheit.

Als die Arbeitswoche endlich vorbei war, trafen wir uns in der Eifel und fuhren gen Süden los. Nach vier Stunden Schlaf bei Kandersteg – die Matten wurden einfach auf einem Parkplatz ausgerollt – ging es ins sonnige Wallis. Gemütlich stiegen wir die 1700hm zum Mischabeljochbiwak hinauf, verbrachten dort eine Nacht und ohne das eigentlich geplante Täschhorn zu versuchen kraxelten über den Alphubel-Nordgrat zum Gipfel (4206m) hinauf. Runter ging es auf dem Normalweg.

Nachdem meine Freunde sich an der Europahütte nach Hause verabschiedet haben, wanderte ich noch zu Fuß nach Täsch, dann nach Zermatt und zurück und nahm spätabends die Bahn zurück nach Köln.  Um 6:30 hieß es in den Zug zur Arbeit umzusteigen und punkt um 8 Uhr ging die neue Arbeitswoche los…

Ein schönes, entspanntes Wochenende – und jetzt freuen wir uns auf die große Tour!

Timeout

 

Drei Tage Zeit – nur ein langes Wochenende.  800km Entfernung, die überwunden werden müssen.  Gewagte Akklimatisierungstaktik: 3500m vertragen wir ohne Anpassung gerade noch gut.

Und plötzlich tanzen die Schneeflocken um einen herum, die Landschaft raubt einem den Atem und die Augen glänzen.  Man lacht, flucht, zweifelt und dann wieder lacht. Man lebt…

Nur 2,5 Tage verbrachten wir in den Bergen. Keine richtige Tour gegangen – um anspruchsvolle Sachen auszuprobieren (ich) war es zu windig. Aber definitiv Spaß gehabt und Pläne fürs nächste, übernächste, überüberübernächste Mal geschmiedet… und es einfach nur genossen.

wieder im Frühling angekommen!

 

Es lief alles andere als nach Plan. Schon der erste Tag wollte nicht klappen – über die Gründe später mehr. Doch die Gruppe ließ sich die Stimmung nicht verderben, hielt zusammen, half sich gegenseitig und lachte in jeder Situation.

„Auf gut Glück“ ist wohl der richtige Ausdruck dafür, wie es im Endeffekt lief. Als letzen Ausweg fuhren wir in die mir schon bekannte Gegend (Dovrefjell) und liefen weitgehend die gleiche Tour wie ich bereits 2013. Trotzdem war es ein klasse Urlaub, so abwechslungsreich und schön, wie man es sich wünscht.  Und am Ende waren wir uns einig: Es hat sich gelohnt!

Danke liebe Freunde und bis bald!!!